Hi, mein letzter Beitrag liegt schon einiges zurück aber ich bin wieder da mit einem Thema das mir sehr am Herzen liegt, der Kopierschutz.
Dieses Thema ist mir schon lange ein Dorn im Auge, doch ich wurde erst kürzlich wieder darauf aufmerksam als ich brutal damit konfrontiert wurde. Das ganze begann mit dem futuristischen Action RPG Masseffect welches vor circa einem Jahr für die Xbox360 released wurde. Ich war ziemlich heiß auf das Game aber da ich leider keine Xbox besitze kam ich nicht in dessen Genuss, bis der Releasetermin für den PC bekannt wurde. Ja und da stand ich nun rund eine Woche vor dem Releasetermin als mich ein Freund auf eine sehr unangenehme Sache hinwies. Masseffect wurde mit dem bereits aus Bioshock bekannten und berüchtigten SecuROM Kopierschutzprogramm ausgestattet.
SecuROM ist ein besonders hartnäckiger Kopierschutz der beim laden des Spiels eine Verbindung zu einem Server aufbaut um somit dessen Echtheit zu überprüfen, wer also glaubt dieses Spiel ohne Internetanbindung spielen zu können hat sich gewaltig geschnitten. Desweiteren lässt sich durch SecuROM euer Spiel nur zu einer bestimmten Anzahl registrieren, wer seinen PC also oft neu aufsetzt der darf jedes mal wenn er das Spiel installieren möchte die gebührenpflichtige Hotline anrufen.
Zusätzlich mag SecuROM andere Programme nicht. Daemontools oder Alcohol zum Beispiel werden von SecuROM. Ihr dürft das Spiel erst starten wenn ihr diese Prozesse beendet habt.
Die Bioshock Variante von SecuROM war eine besonders hübsche Version, hier wurde nämlich ohne jegliche Meldung oder Aufforderung ein Rootkit installiert welches den User völlig unbehelligt von seiner Existenz lies. Ein löschen des Rootkits war eine ziemlich verzwickte Angelegenheit selbst für Leute die sehr gut mit ihrem Betriebssystem vertraut sind und nachdem Rootkit entfernt war musste man feststellen das man nicht mehr in der Lage war Bioshock zu starten.
Aber nicht nur der SecuROM sondern auch andere Porgramme machen einem als Endverbraucher das Leben schwer. Valve Games zum Beispiel, lassen sich nur über die selbst entwickelte Anwendung Steam spielen. Steam muss ähnlich wie der SecuROM eine ständige Verbindung zu den Steamservern haben um die Spiele auf Echtheit zu überprüfen. Auch die Seriennummern werden auf dem jeweiligen Steamaccount gespeichert was es eigentlich unmöglich macht ein gekauftes Spiel weiter zu verkaufen ohne auch seinen Account mit zu verkaufen.
Auch wenn Steam damals bei seiner Veröffentlichung in 2003 stark kritisiert wurde, benutzen es heute die meisten ohne sich wirklich bewusst zu sein das sie die meisten Rechte an dem von ihnen gekauften Produkt nicht besitzen.
Aber wie rechtfertigt die Spieleindustrie diese Maßnahmen!?
Ganz einfach, man bezieht sich natürlich auf die zunehmende Softwarepiratierie. Jedes Quartal werden Zahlen veröffentlicht die belegen wieviel Einbußen ein Unternehmen allein durch Softwarepiraterie hinnehmen muss. Es ist mir persönlich ein Rätsel wie die Firmen auf derart hohe Summen kommen, aber es hat sicher etwas mit der hoch X Taste auf dem Taschenrechner zu tun. Man sollte mich nicht falsch verstehen, ich denke auf jeden Fall das Piraterie einen größeren Verlust ausmacht, allerding nicht in dem Ausmaß wie es uns weiß gemacht wird. Ausserdem ist es intressant wieso die Firmen davon ausgehen das jemand der ein Produkt aus dem Internet herunter lädt selbiges Produkt auch wirklich kaufen würde wenn ihm nichts anderes übrig bliebe. Tatsache ist das viele der runtergeladenen Games nicht länger als einen Tag gespielt werden. Der Grund dafür ist recht einleuchtend, Mittelmäßigkeit des Spieleinhalts.
Wenn ein durchschnittlicher Softwarepirat, sich nur die Hälfte der runter geladenen Spiele kaufen würde wäre er durch die überteuerten Preise nicht nur bald knapp bei Kasse sondern ich glaube ausserdem das er sehr bald von Spielen vergrault sein würde und generell kaum mehr Games kaufen würde. Ob das wirklich im Interesse der Spieleindustrie steht kann ich mir nicht vorstellen.
Prinzipiel vertreten viele Softwarepiraten die Ansicht das ein Spiel das sie gerne spielen und nicht zu teuer ist es wert ist von ihnen gekauft zu werden. Natürlich gibt es auch genug die meinen sie müssten überhaupt kein Spiel kaufen da sie es sowieso von überall herunterladen können, dies will ich auch gar nicht beschönigen, es igbt sicher genug solche Leute.
Ich glaube aber das der wahre Faktor dafür das es der Spieleindustrie auf dem PC gerade so „schlecht“ geht nicht die Piraterie ist, sondern einfach die mangelende Qualität, beschränkte Rechte durch Kopierschutzprogramme und die überhöhten Preise von durchschnittlich 50-70 Euro für Spiele.
Gerade aus diesen Gründen würde ich jedem Endverbraucher raten auf Spiele zu verzichten die Rechte beschränkende Kopierschutzprogramme beinhalten und für einen zu hohen Preis angeboten werden. Selbst wenn man ein Spiel unbedingt haben will sollte man sich doch Gedanken machen, denn wenn wir weiter diese Art von Spielen kaufen, brauchen wir uns nicht wundern das uns in Zukunft nur mehr die Rechte am Spiel und das Geld aus der Tasche gezogen wird.
